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Brief der Verantwortungsgemeinschaft

 

Liebe Gemeindemitglieder in unseren drei Gemeinden,

Start: vor etwa drei Jahren begannen sich im Bistum Dresden-Meißen „Verantwortungs-gemeinschaften“ zu gründen. Den Impuls gab damals Bischof Dr. Heiner Koch mit dem Auftrag, zu erkunden, wie und wo sich kirchliches Leben im weitesten Sinne entfaltet.
„Unsere Verantwortungsgemeinschaft“ umfasst nach umfangreichen Beratungen der letzten Jahre die Pfarreien Wermsdorf, Riesa, Großenhain (mit dem Kinderhaus), Einrichtungen der Caritas und Einrichtungen des CSW.

Hinweis: die Plenartreffen sind von Anfang an offen zur Mitarbeit. Das nächste Plenartreffen wird stattfinden am Sonnabend, 3. Februar 2018, 9.30 Uhr bis 15.00 Uhr in Großenhain.

Ziel ist es, angesichts der aktuellen Entwicklung einerseits eine weiterhin tragfähige Struktur zu erhalten und andererseits auf die Veränderungen zu reagieren und Neues auf den Weg zu bringen. Das Bistum hat sich als Ziel gesetzt, die Verantwortungsgemeinschaften in neu gegründete größere Pfarreien zu überführen. Die Pfarreien Radebeul, Meißen, Nossen usw. in der Region Meißen zum Beispiel werden diesen Schritt zur Großpfarrei bereits am 17. Juni 2018 gehen.

Auslöser für den Erkundungsprozess (nur einige Aspekte):

  • die demografische Entwicklung mit dem für unsere ländliche Region sehr hohen Durchschnittsalter,
  • Wegzug vor allem jüngerer aktiver Gemeindemitglieder,
  • abnehmender Gottesdienstbesuch,
  • hohe Mobilität: weite Arbeitswege, Reaktion auf staatliche Strukturmaßnahmen (Zusammenlegung und Reduzierug von Ämtern und Einrichtungen)
  • weniger Priester usw.

Ansatzpunkt: Es geht wirklich darum, einander den Glaubensweg zu ermöglichen, den letztlich der bzw. die Einzelne gehen muss. Er kann ihn aber nur gehen im wachen Blick und in der Fürsorge füreinander. Und das im weitesten Sinne. Oder um es einmal im Bild auszudrücken: es geht darum „nicht allein am Himmelstor anzukommen, sondern Gefährten mitzubringen“.
Damit liegen wir nicht im Trend der Gesellschaft, die ausschließlich den/die Einzelne betont. Und auch uns gelingt das noch nicht, in befriedigendem Maße umzusetzen. Vieles geschieht freilich schon, ohne dass sich die Gemeinden dessen bewusst sind: hier einige Beispiele:
das Bonifatiuswerk unterstützt uns mit den Bonifatius-Bussen bei der Mobilität in der großen Fläche, die Pfarrei Meißen hat ihre Sekretärin Maria Mudra seit 20 Jahren für Dienste in der Pfarrei Wermsdorf freigestellt. Das Bistum Mainz stellt modernste IT-Technik und Know-how zur datenschutzgerechten Führung der Pfarrdateien zur Verfügung. Herr Markus Grun schenkt der Gemeinde Wermsdorf sein Engagement als Kantor und Organist und nimmt wie selbstverständlich den Weg aus Leipzig auf sich. Und wir können noch viel mehr ergänzen.

Es liegt nun an uns und unseren Gemeinden, wie wir diesen Schatz nutzen und weiter-entwickeln:
Wir merken: aus sich heraus kann in einer vernetzten Welt kaum noch eine Gemeinde im ländlichen Bereich leben. Uns gefällt das sicher nicht, weil jeder Mensch in kleineren überschaubareren Bezügen leben möchte, aber eine Trendwende ist im Augenblick wirklich nicht sichtbar.
Gottesdienstorte bleiben lebendig (und bleiben nur dann lebendig!), wenn Gemeinden feiern – eben Gottesdienst feiern. Das ist nur möglich, wenn alle sich einbringen: durch die Teilnahme, besser noch durch tätige Teilnahme (Ministranten, Lektoren, Organisten, Kommunionhelfer …).
Oder auch durch einfache Handgriffe etwa bei der Reinigung oder beim Schmuck der Kirchen und Kapellen. Im Klartext: wenn auf Dauer die Ministranten oder die anderen Dienste fehlen, wird der Gottesdienstort irgendwann ein zeitliches Ende haben.

Bislang haben wir nur den Blick auf uns selbst gerichtet. Dabei waren sich die christlichen Gemeinden schon seit der Frühzeit bewusst, nicht nur für sich selbst da zu sein. Soziales Engagement hat ja gerade die frühen Christengemeinden schon in der Antike von anderen Institutionen unterschieden. Wir können freilich nur dann für ältere Gemeindemitglieder sorgen, wenn jüngere dazu bereit sind.

Dabei stellen wir uns die herausfordernde Frage: „Wozu sind wir heute für die Menschen in unseren Städten und Dörfern als Kirche da?“ – oder anders formuliert: welchen Mehrwert hat die Gesellschaft davon, dass wir uns als Kirche in einer lebendigen Sendung für die Welt von heute verstehen?
Eine in jeder Hinsicht plausible Antwort darauf haben wir noch nicht, sondern arbeiten daran besonders in den Pfarrgemeinderäten. Wir möchten aber noch mehr Gemeindeglieder in diesen Prozess einbeziehen und mit ihnen ins Gespräch kommen.

Gern würden wir uns strukturellen Prozessen entziehen, die in der Gesellschaft laufen. Globalisierung hat gute und negative Seiten. Die guten nutzen wir gern: Viele sehen es als selbstverständlich an, überall hin sicher reisen zu können und ebenso sicher zurückkehren zu können.
Andere Seiten der Globalisierung möchten wir nicht und lehnen sie ab: die Anonymität, die Zerstörung von Lebensraum, das Ausgeliefertsein an internationale Unternehmen (zunehmend fernöstlicher Provenienz …) und anderes.

Wir müssen aber gerade unter diesen Rahmen-bedingungen unseren geistlichen und Welt-Auftrag erfüllen.

Planung

Aufgaben für die Pfarreien bis Ende Januar 2018

Im Zuge des Prozesses in unserem Bistum müssen unsere drei Pfarreien nun folgende Aufgaben umsetzen

  1. Sie müssen sich auf ein biblisches Leitmotiv einigen.
    Drei Motive haben wir auf der Plenarkonferenz am 21. Oktober 2017 vor ausgewählt:
    • Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Joh 14,1-14
    • Die Freude am Herrn ist unsere Stärke. nach Neh 8,10
    • Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist.  Lk 6,36

Bitte teilen Sie uns bis 22. Januar 2018 mit, welches biblische Leitmotiv Sie bevorzugen würden – per Brief oder Email.

2. Die Pfarreien müssen sich auf den zukünftigen Pfarreinamen bzw. das Patronat der zu gründenden Großpfarrei einigen. Wichtig: die Filialkirchen und deren Patronate bleiben erhalten.
Die Steuerungsgruppe und in der Folge die Plenarkonferenz haben sich dabei geeinigt, den ordentlichen Verfahrensweg einzuhalten, den der Bischof vorgeschlagen hat: „Die Steuerungsgruppe bereitet eine Vorlage für das in den PGRs zu beratende Votum vor. Jeder einzelne PGR der bisherigen Pfarreien einer VG muss mehrheitlich positiv für eine Pfarrkirche votieren, deren Patrozinium für die neue Pfarrei übernommen wird. Der leitende Pfarrer legt dem Bischof das Abstimmungsergebnis und die Protokolle der Abstimmungen in den einzelnen PGRs zur Entscheidung vor.“

Vorschlag der Steuerungsgruppe: Pfarrkirche und Sitz der Pfarrei soll Riesa sein. Das Patrozinium soll gemäß dem regulären Verfahren St. Barbara sein.

Hinweis: die Plenartreffen sind von Anfang an offen zur Mitarbeit. Das nächste Plenartreffen wird stattfinden am Sonnabend, 3. Februar 2018, 9.30 Uhr bis 15.00 Uhr in Großenhain.

Nachbau von Kolumbus' Schiff Santa Maria, Bild: Peter Weidemann, Pfarrbriefservice.de


Das Titelbild zeigt den Nachbau der Santa Maria, jenes Schiffes also, mit dem Christoph Kolumbus die neue Welt entdeckte und damit einen ungeheuren Prozess in Gang setzte. Wir leben in ähnlichen Zeiten und dürfen vertrauen, dass wir mit dem Geist Gottes, die Herausforderungen meistern können. Dazu laden wir herzlich alle ein und grüßen ganz herzlich im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Steuerungsgruppe und der Plenarkonferenz:

Pfarrer Ulrich Dombrowsky, Pfarradministrator
Andreas Eckert und Gemeindereferent Matthias Demmich.

Redaktionsstand 31.12.2017 Änderungen vorbehalten

Brief zum Download (PDF, 349 kb)